Nanotechnologie
Die Nanotechnologie hat einen bedeutenden Stellenwert in der Medizin, der Kosmetik, im Alltag und der Automobilindustrie gefunden. Diese Technologie gehört zu einer der neuesten Verfahren und wird dennoch schon vielfach eingesetzt.
Die Bezeichnung Nanotechnologie ergibt sich aus der Größenordnung der in den verwendeten Substanzen enthaltenen und wirksamen Partikel. Diese bewegen sich in Größenbereichen, welche einem Milliardstel Millimeter entsprechen. Durch die Kleinheit dieser Partikel können die Eigenschaften von unterschiedlichen Oberflächenstrukturen dahingehend verbessert werden, dass ein extrem langer Schutz gegen Umwelteinflüsse und eine besonders lange Haltbarkeit entsteht. Eine wichtige Rolle bei der Nanotechnologie spielen sogenannte quantenphysikalische Effekte, welche in der praktischen Anwendung ausgenutzt werden.
Der Nano-Lack besteht aus mikroskopisch kleinen Keramikmolekülen, welche sich in einer flüssigen Masse befinden. Diese Masse wird auch als Klarlack bezeichnet und enthält in seiner flüssigen Konsistenz diese Partikel zunächst in ungeordneten Strukturen. Ist der Lack aufgetragen worden, dann beginnen mit dem Fortschreiten des Trocknungsprozesses sich die Moleküle zu vernetzen und bilden somit eine widerstandfähige, extrem glatte Oberfläche.
In der Automobilindustrie hat die Nanotechnologie insbesondere Bedeutung für die Oberflächen- und Felgenversiegelung und die Verbesserung der Oberflächenstrukturen von Lacken, Metall- und Kunststoffteilen. Es handelt sich hierbei um eine multifunktionale Veredelung der Lackoberfläche als auch der Scheiben. Diese Versiegelung ist unsichtbar und bringt eine Vielzahl an Vorteilen in Hinsicht auf Materialverbesserung und Pflegeeigenschaften.
Bei der Scheibenversiegelung mittels Nanotechnologie wird ein sogenanntes Glashydrophobierungsmittel eingesetzt, welches aus zwei Bestandteilen zusammengesetzt ist. Die Verarbeitung dieses Materials auf den Scheiben erfolgt ganz ohne Schlieren und sichtbare Rückstände. Der Effekt der Nanotechnologie bei der Scheibenversiegelung liegt in der wasser- und schmutzabweisenden Wirkung. Die Scheiben müssen damit auch nicht so häufig gereinigt werden und garantieren bei Regen und Schnee immer eine gute Sicht, da die Wassertropfen durch die versiegelte Oberfläche abperlen. Die Nanotechnologie bei der Bearbeitung von Scheiben bietet einen lang anhaltenden UV-Schutz, Abriebbeständigkeit und garantiert eine Haltbarkeit auch gegen Frostschutz- und Reinigungsmittel.
Im Rahmen der Lackversiegelung bietet die Nanotechnologie wiederum eine innovative Möglichkeit. Hierbei gewährleistet die Nanotechnologie eine maximale Glanzwirkung und einen enormen Glättegrad der Lackoberfläche. Des Weiteren bietet die Nanoversiegelung einen Schutz gegen Säuren und alkalische Substanzen, Streusalz, einem mechanischen Abrieb beispielsweise durch Waschbürsten, und gegen eine Beeinträchtigung des Lackes durch die Einwirkung von Sonnenlicht.
Die Nanotechnologie besteht bei der Durchführung aus zwei Schritten. Dabei wird der Fahrzeuglack im ersten Schritt mit der sogenannten Nano-Basis überzogen. Diese ist aus selbstvernetzenden und nanoskaligen Molekülen zusammengesetzt. Das bedeutet, dass hierbei extrem kleine Partikel enthalten sind, welche sich in winzigen Kratzern oder Poren des Lackes absetzen und somit eine Oberflächenglättung erzielen. Im zweiten Arbeitsprozess verbindet sich das Nanonetzwerk mit der Basis durch den Ablauf verschiedener chemischer Reaktionen im Zuge der Trocknung und Härtung. Als Resultat entsteht eine sehr glatte Lackoberfläche.
Die Vorteile dieser Bearbeitungstechnologie bestehen wiederum in den chemikalien- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Auch eine maximale Beständigkeit gegenüber Wasser, Abrasion und UV-Strahlung machen die Nanotechnologie zu einem ganz besonders hochwertigen Versiegelungsverfahren.
Die nach einer Nanoversiegelung gewährleisteten Vorteile entstehen insbesondere durch die doppelte Versiegelung und lassen die Schutzwirkung dauerhaft bleiben. Durch eine Verminderung von Neuverschmutzung und dem Absetzen hartnäckiger Schmutzbestandteile, wie Vogelkot und Insekten ergibt sich eine Reduzierung des Reinigungs- und Pflegeaufwandes.
Die Nanotechnologie findet eine breite Anwendung in speziellen Lackpolituren und Lackpflegemitteln, welche auch manuell nach der Grundreinigung der Lackoberflächen ohne Werkzeug aufgetragen werden können. Fast alle Autohersteller setzen die Nanotechnologie zur Lackversiegelung ein. Diese Beschichtungsart stellt ein hochmodernes und zukunftsweisendes Verfahren dar. Neben einer Lackversiegelung durch Nanotechnologie bei der Fahrzeugherstellung bieten auch viele Autowäschereien diese Form der Lackpflege an. Dabei werden vorwiegend zwei verschiedene Lackversiegelungen eingesetzt, welche die unterschiedlichsten Vorteile besitzen. Im Wesentlichen erbringen jedoch beide die gleichen Resultate.
Nanoversiegelungen sind nicht nur für die Autolacke geeignet. Sie können auch zur Beschichtung von Kunststoffen und Metallteilen jeglicher Art eingesetzt werden. Die Nanoversiegelung wird auch in der Boots-, der Sanitär- und Bauindustrie genutzt. Sie ist überall dort anwendbar, wo Oberflächeneigenschaften verbessert werden sollen.
Für die preiswerte Anwendung zum Selbstversiegeln werden spezielle Nano-Lack-Sets angeboten. Es handelt sich hierbei ebenfalls um vergilbungsfreie und abriebfeste Substanzen. Diese Lacke auf Basis der Nanotechnologie sind klar und farblos. Sie werden einfach manuell auf die Oberfläche aufgerieben und danach intensiv einpoliert. Die Trocknung mit der Aushärtung ist in etwa 60 Minuten abgeschlossen. Der Materialverbrauch bei diesen recht praktischen Nano Lack - Sets liegt bei etwa 5 - 10 ml pro qm. Dies ist ein sehr sparsamer Materialverbrauch und als preiswertere Alternative zum Selbermachen zu empfehlen. Nach dem Aufbringen der Versiegelung und der entsprechenden Härtung ist der Lack geschützt vor Steinschlag, Kratzern oder hartnäckigen Teer- und Harzflecken.
Das Auftragen der Nanoversiegelung gewährleistet eine als Easy-To-Clean-Effekt bezeichnete Eigenschaft. Diese besteht darin, dass durch die spezielle Oberflächenstruktur nach der Beschichtung mittels Nanotechnologie eine Minimierung der Schmutzanhaftung gewährleistet ist.
Um eine bessere Effektivität bei der Lackpflege und Lackreinigung zu erzielen, werden vielfach schon universelle Reinigungsmittel mit der integrierten Nanoversiegelung angewendet. Sie erbringen gleichzeitig mit der Oberflächensäuberung eine Nanoformierung in einem Arbeitsgang. Der Oberflächenschutz wird dabei stetig verbessert, je öfter die Anwendung erfolgt. Der Reiniger mit gleichzeitiger Nano-Wirksamkeit ist jedoch nicht geeignet für die Anwendung auf Glas.
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Der Artikel Nanotechnologie in der Kategorie Wissen / Lernen, wurde am 13.01.2009 um 08:08 Uhr geschrieben und vom Autor Bernhard Heß haarbittel
gmx.de verfasst.
